Genevieve Vaughan
Vortrag vom 8. Mai 2009, Universität für Bodenkultur Wien
Übersetzung Ingrid Flaig
darin: “In Wirklichkeit gibt es zwei Wirtschaften, eine freie Wirtschaft und eine
Wirtschaft, die auf dem Tausch beruht. In der einen geben wir etwas, um
ein Bedürfnis zu erfüllen, und in der anderen geben wir etwas, um dafür
etwas anderes zum Ausgleich zu erhalten. Eigentlich hat der Tausch eine
Reihe von Fehlern, die wir nicht erkennen, weil wir einer Gehirnwäsche
unterzogen wurden, die uns denken lässt, dass dies die natürliche Art der
Verteilung von Waren und damit die Antwort auf alles ist. Es hat Kulturen
gegeben und gibt sie immer noch, wo Güter nicht mittels der Tausch- und
Marktwirtschaft verteilt werden, sondern wo Güter als direkte Antwort auf
Bedürfnisse gegeben werden. In unsere Gesellschaft, die auf dem Markt
gründet, müssen Mütter nach wie vor ihren jungen Kindern geben, weil sie
– wie auch überall anders – bei ihrer Geburt völlig auf andere angewiesen
sind. In der Tat lernen Kinder erst mit 4 oder 5 Jahren, wie man tauscht.
Das bedeutet, dass wir alle in einen Schenkwirtschaft hineingeboren
werden und uns im Laufe der Zeit an die Tauschwirtschaft der
Erwachsenenwelt anpassen müssen – eine Tatsache, die möglicherweise
dazu führt, dass die Schenkwirtschaft als primitiv und kindisch betrachtet
wird. In Wahrheit schadet uns jedoch die Tauschwirtschaft psychisch und
materiell, während die Schenkwirtschaft zu Gemeinschaft führt und uns
wirklich menschlich sein lässt.” weiterlesen
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Dass Matriarchat „Frauenherrschaft“ bedeutet, ist ein großes Missverständnis, wie die Anthropologin Peggy Reeves Sanday belegt. Für eine friedliche Gesellschaft kommt es gerade nicht auf Herrschaft an, sondern auf Werte, die dem Frieden dienen. Die Sozialordnung der von Reeves Sanday erforschten matrilinearen Gesellschaft der Minangkabau in Indonesien basiert auf Werten wie Pflege des Lebens, Schutz der Schwächeren und Verhandlungsbereitschaft. Es ist eine soziale Hochkultur, deren grundlegende Anschauungen den hohen Idealen der westlichen Demokratien entsprechen – weit entfernt von einem angeblich frühen Stadium der Menschheitsevolution, zu dem matriarchale Gesellschaften häufig herabgewürdigt werden…” weiterlesen in KursKontakte
Gründerin MonNetA: Prof. Dr. Margrit Kennedy - von Hause her Architektin, Stadt- und Regionalplanerin – entdeckte 1982 einen grundsätzlichen Fehler aber auch Alternativen zum herrschenden Geldsystem. Ein Ergebnis dieser Arbeit ist das Buch “Geld ohne Zinsen und Inflation” (Goldmann Verlag, München 1996, 9.Auflage), das in 20 Sprachen übersetzt wurde. Durch ihre 25-jährige Odyssee durch die Welt des Geldes wurde sie zur gefragten Geldexpertin. Heute plädiert sie dafür, Geld für bestimmte Ziele zu entwerfen und vermittelt in Vorträgen und Workshops wie der “ökonomische Analphabetismus” überwunden und das Geldsystem zum dienenden statt zum beherrschenden Instrument umgewandelt werden kann. www.margritkennedy.de
“Margrit Kennedy, Heide Göttner-Abendroth und Johannes Heimrath denken
Im Dezember 2008 trafen sich im Lebensgarten Steyerberg Margrit Kennedy, Heide-Göttner-Abendroth und Johannes Heimrath, um einen ganzen Tag dem gemeinsamen Nachdenken über die auf den ersten Blick so utopisch wirkende, aber doch omnipräsente Ökonomie des Schenkens zu widmen. Der folgende Gesprächsauszug ist ein erstes Ergebnis dieser auch filmisch dokumentierten, produktiven Zusammenkunft. Weitere Veröffentlichungen als Film und in Buchform werden in den nächsten Monaten folgen.” weiterlesen